Geldwäschebeauftragter: Wer braucht einen?
Pflicht kraft Gesetz oder nur auf Anordnung? Wer einen Geldwäschebeauftragten bestellen muss, welche Aufgaben er übernimmt und wie kleine Unternehmen das organisieren.
Autor: Redaktion KYCpruefung.de · Zuletzt aktualisiert: 13.10.2026
Der Geldwäschebeauftragte ist im Unternehmen die zentrale Ansprechperson für alle Fragen der Geldwäscheprävention — gegenüber der Geschäftsleitung, den Mitarbeitern, der Aufsichtsbehörde und der FIU. Ob Sie einen bestellen müssen, hängt davon ab, zu welcher Gruppe von Verpflichteten Sie gehören.
Wer muss einen Geldwäschebeauftragten bestellen?
Kraft Gesetz (§ 7 Abs. 1 GwG) müssen einen Geldwäschebeauftragten und einen Stellvertreter bestellen: Verpflichtete nach § 2 Abs. 1 Nr. 1 bis 3, 6, 7, 9 und 15 — also insbesondere Kreditinstitute, Finanzdienstleistungs- und Zahlungsinstitute, Finanzunternehmen, Versicherungsunternehmen, Kapitalverwaltungsgesellschaften sowie Veranstalter und Vermittler von Glücksspielen.
Auf Anordnung der Aufsichtsbehörde (§ 7 Abs. 3 GwG) kann die Bestellung verlangt werden von Verpflichteten nach § 2 Abs. 1 Nr. 4, 5, 8, 10 bis 14 und 16 — dazu gehören Rechtsanwälte, Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, Dienstleister für Gesellschaften, Immobilienmakler und Güterhändler. Bei Güterhändlern soll die Anordnung erfolgen, wenn ihre Haupttätigkeit im Handel mit hochwertigen Gütern besteht. Einige Aufsichtsbehörden haben solche Anordnungen für bestimmte Gruppen per Allgemeinverfügung getroffen — prüfen Sie, was in Ihrem Bundesland gilt.
Ohne Anordnung trägt bei diesen Verpflichteten die Geschäftsleitung selbst die Verantwortung für die Einhaltung des GwG.
Voraussetzungen und Stellung
- Der Geldwäschebeauftragte muss der Führungsebene angehören und unmittelbar der Geschäftsleitung unterstellt sein.
- Er braucht die erforderliche Sachkunde und Zuverlässigkeit sowie ausreichende Befugnisse und Mittel.
- Bestellung und Entpflichtung sind der Aufsichtsbehörde mitzuteilen.
- Ein Stellvertreter ist zu bestellen, damit die Funktion auch bei Abwesenheit besetzt ist.
Aufgaben des Geldwäschebeauftragten
- Erstellung und Aktualisierung der Risikoanalyse und der internen Sicherungsmaßnahmen,
- Überwachung der Sorgfaltspflichten — Identifizierung, wirtschaftlich Berechtigte, PEP, Sanktionslisten,
- Prüfung von Auffälligkeiten und Entscheidung über Verdachtsmeldungen an die FIU,
- Ansprechpartner für Aufsichtsbehörde, FIU und Strafverfolgungsbehörden,
- Schulung und Sensibilisierung der Mitarbeiter,
- Dokumentation und Berichterstattung an die Geschäftsleitung.
Interner oder externer Geldwäschebeauftragter?
Kleinere Unternehmen fragen sich oft, ob sie die Funktion auslagern können. Grundsätzlich sind Auslagerungen möglich, die Verantwortung bleibt aber beim Verpflichteten — und manche Aufsichtsbehörden knüpfen eine externe Bestellung an Bedingungen. Klären Sie das vorab mit Ihrer Aufsichtsbehörde.
Den Alltag des Geldwäschebeauftragten entlasten
Ein großer Teil der laufenden Arbeit ist Routine: jeden neuen Kunden gegen Sanktionslisten und PEP-Daten prüfen und das Ergebnis dokumentieren. Diesen Teil übernimmt KYCpruefung.de in 30 Sekunden pro Kunde — mit Sanktionslistenprüfung, PEP-Prüfung und PDF-Prüfnachweis, den der Geldwäschebeauftragte bei der nächsten Prüfung durch die Aufsicht sofort vorlegen kann.
Den Gesamtüberblick über alle Pflichten finden Sie im Ratgeber Geldwäschegesetz: Pflichten für Unternehmen.
Quelle: § 7 GwG (gesetze-im-internet.de).
Dieser Beitrag dient der Information und ersetzt keine Rechtsberatung.
